
Heute Abend habe ich wie jeden Tag als letzter in der Schule alle Klassenzimmer abgeschlossen. Als ich in den Raum der 2./3. Klasse ging, sah ich plötzlich einen der Lehrer an seinem Schreibtisch sitzen. Eigentlich hing er eher kraftlos in dem Stuhl. Sein Gesicht war seltsam verzogen und sein linker Mundwinkel hing ein wenig runter. Als ich ihn fragte, ob alles okay sei, antwortete er halb abwesend in verwaschener Sprache.
Obwohl sich alle Symptome nach einem Schlaganfall anhören, nahm ich an, dass Mr. Smith* einen zu tiefen Blutzucker hatte (er ist Diabetiker). Schnell rannte ich zum Parkplatz, wo Ms Chris, eine andere Freiwillige, bereits im Auto saß und wegfahren wollte. Ich bat sie, sich um Mr. Smith zu kümmern, während ich den Notruf (911) anrief. Inzwischen reagierte er immer weniger und wiederholte die Worte „nothing, nothing“…
Wenige Minuten später trafen die zwei Rettungswagen bereits ein, da zufälligerweise eine Feuerwache auf dem großen Gelände des Kinderheims ist (das Gelände gehört dem Bezirk; His House mietet lediglich einen Großteil der Häuser).

Als die Rettungskräfte in den Raum kamen, hatte Mr. Smith schon fast komplett das Bewusstsein verloren. Wir teilten ihnen sofort mit, dass er Diabetiker ist, woraufhin sie einen Stick-Test machten: Mr. Smith hatte nur noch einen Blutzucker von 17 mg/dl (laut www.acu-check.de liegt der Blutzucker in der Regel zwischen 60mg/dl und 140mg/dl)! Also haben sie ihm eine durchsichtige Flüssigkeit, wie man es aus den Filmen kennt, intravenös verabreicht – ich glaube Glukose.
Wenige Minuten später war er wieder bei Bewusstsein und konnte auch die typische Frage nach dem Wochentag beantworten. Wir gaben ihm eine Banane, zuckerhaltige Kekse und ein Trinkpäckchen und warteten auf seine Mutter, um ihn abzuholen, da er definitiv noch zu schwach war, um Auto zu fahren. In der Zwischenzeit erzählte er uns, dass er sich nachmittags seine zweite Dosis Insulin spritzte und dann nicht genug aß.

Ende gut, alles gut. Wir alle sind mit einem großen Schock davon gekommen. Wirklich komisch ist, dass ich die letzten 2 Wochen fast jede Nacht davon träumte, 911 anrufen zu müssen. Das endete aber jedes Mal in einem Alptraum, da sich entweder das Handy nicht entsichern lies, ich Tasten drückte aber verflixt noch mal nicht 911 wählen konnte oder keine Verbindung hatte. Ein Mal ist es mir gelungen, aber dann war ich in der Warteschleife mit Werbung…
Glücklicherweise ist im echten Notfall alles gut gegangen und innerhalb weniger Sekunden wurde mein Anruf entgegengenommen.
Die Feuerwehrmänner teilten mir allerdings mit, dass Mr. Smith 30 Minuten später sicherlich im Koma gewesen und gestorben wäre. Man stelle sich mal vor, welch böse Überraschung die Schüler am nächsten Morgen gehabt hätten…
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* Name aus Gründen des Datenschutzes geändert…








Hallo Dennis, gut gemacht! Superschnelle Reaktion und Handeln mit Überblick! Danke für den spannenden Bericht und liebe Grüße nach Miami von Sabine
Von: Sabine Jahnke am 26. Februar 2011
um 07:50
Da kann der Lehrer ja von Glück reden, dass du ihn noch gefunden hast… Super, dass alles nochmal gut gegangen ist
Von: Iza am 26. Februar 2011
um 23:49
also ist aufjedenfall ne krasse story..
das mit dem traum kenne ich nur zu gut!!
damals als ich noch klein war, wars immer nen power ranger traum, wo ick der einzige war, der sich nicht verwandeln konnte ^^
naja aufjedenfall hat der mr. smith dir das leben zu verdanken!!
Von: Weicai am 1. März 2011
um 17:26