Verfasst von: kinginmiami | 25. Juli 2010

Kirche, Sommercamp und Football

Kirche – “Life Gate Christian Center”:

„His House Children’s Home“ ist ein christliches Kinderheim und hat neben einer eigenen Grund- und „Mittel“-Schule (also 1. bis 8. Klasse) auch eine eigene Kapelle auf dem Campus. Dort bin ich letzten Sonntag zum Gottesdienst gegangen – und dieser war alles andere als langweilig.
Zunächst wurden mehrere christliche Rocklieder als Einleitung gesungen; natürlich mit einem Chor auf der Bühne. Dazu standen alle Personen im Raum (ca. 60% Afro-Amerikaner und 30% Hispanics) auf, sangen mit, klatschten im Rhythmus in die Hände und tanzten teilweise sogar. Dann begrüßte der Pfarrer, ausgerüstet mit einem Headset, die Gemeinde und suchte nach neuen Gesichtern.
Resultat war natürlich, dass ich aufstehen und mich allen kurz vorstellen durfte. Die humorvolle Art des afro-amerikanischen Pfarrers erinnerte mich eher an einen Stand-Up-Comedian, der zu Beginn seines neuen Bühnenprogramms mit dem Publikum spielt. Thema an dem Tag: Warum man zur Kirche gehen sollte. Der Pfarrer hat – ganz modern – mit Hilfe einer Power-Point-Präsentation seine persönlichen 10 Gründe aufgezeigt. Ganz nach seinem Humor war ein Punkt natürlich: „Ich bin der Pfarrer dieser Kirche“.
Nach dem Gottesdienst wurde ich noch mal persönlich dem Pfarrer vorgestellt, der zufälligerweise „Dan King“ heißt (für alle Blog-Leser, die mich nicht kennen: ich heiße „Dennis King“). Er lud mich spontan zu der großen „Family-Friend-Day“-Party ein, die an diesem Nachmittag auf dem Campus stattfand. Dort hat er mich vor der Eröffnung des Buffets noch Mal allen Kirchenmitgliedern mit einem Mikrofon als seinen „Zwillingsbruder aus Deutschland“ vorgestellt.

Kurze Zeit später durfte ich Miami von seiner unbequemen Seite kennenlernen: wie hier übliche hat es innerhalb von wenigen Sekunden geschüttet, wie aus Eimern. Nach ca. 7 Minuten war die Sinnflut aber auch schon wieder vorbei…

Generell nimmt die Kirche/Religion einen großen Stellenwert im Kinderheim ein: im Sommercamp wird z.B. vor dem Essen und nach Ausflügen gebetet, praktisch alle Lieder, die die Kinder erlernen, handeln von Gott oder Jesus, und es gibt morgens meist „devotion“, was auf Deutsch so viel wie „Ergebenheit/Hingebung“ bedeutet. In dieser Zeit wird über Gott und die Bibel geredet und den Kindern werden durch praktische Übungen, Spiele oder Bastelaufgaben christliche/moralische Werte vermittelt.

Sommercamp:

Diese Woche waren wir mit den Kindern in einem Obdachlosenheim, da die Kinder auch lernen müssen, zu geben, und nicht nur zu nehmen. Die älteren Kinder haben in der Küche geholfen und später Essen ausgeschenkt und die 8-11 Jährigen sortierten Klamotten oder malten Bilder für die obdachlosen Kinder. Danach sind wir zum Lunch in einen Park gefahren. Hier eine kleine Impression, wie Miami auch aussehen kann:

Außerdem haben wir bei traumhaftem Wetter eine Kajak-Tour gemacht – natürlich inklusive einer Badepause an einem schönen kleinen Strand. Ganz abgesehen von der bildhaften Natur war das sehr erholsam, weil die Kinder, die sich an den vorigen Tagen nicht gut benommen haben, zur Bestrafung im Camp bleiben mussten.

Sonstiges:

Mittwoch habe ich vier Jungs aus einer Familie zum (American)Football-Training begleitet. Wie man es aus dem Fernsehen kennt, schrie sich der Trainer die Kehle aus dem Leib und hatte eine rechte raue Umgangsform mit den Kindern. Als ich bei den Übungen zuschaute, wurde mir schnell klar, dass ich das Spiel als Europäer nicht so schnell verstehen werde.

Da ich danach gefragt wurde, hier ein Mal zwei Fotos vom Campus. Auf dem ersten Bild sieht man im Vordergrund das Haus, in dem ich momentan lebe.

Kirche:
„His House Children’s Home“ ist ein christliches Kinderheim und hat neben einer eigenen Grund- und „Mittel“-Schule (also 1. bis
8. Klasse) auch eine eigene Kapelle auf dem Campus. Dort bin ich letzten Sonntag zum Gottesdienst gegangen – und dieser war alles andere als langweilig. Zunächst wurden mehrere christliche Rocklieder als Einleitung gesungen; natürlich mit einem Chor auf der Bühne. Dazu standen alle Personen im Raum (ca. 70% Afro-Amerikaner und 20% Hispanics) auf, sangen mit, klatschten im Rhythmus in die Hände und tanzten teilweise sogar. Dann begrüßte der Pfarrer, ausgerüstet mit einem Headset, die Gemeinde und suchte nach neuen Gesichtern. Resultat war natürlich, dass ich aufstehen und mich allen kurz vorstellen durfte. Die humorvolle Art des afro-amerikanischen Pfarrers erinnerte mich eher an einen Stand-Up-Comedian, der zu Beginn seines neuen Bühnenprogramms mit dem Publikum spielt. Thema an dem Tag: Warum man zur Kirche gehen sollte. Der Pfarrer hat – ganz modern – mit Hilfe einer Power-Point-Präsentation seine persönlichen 10 Gründe aufgezeigt. Ganz nach seinem Humor war ein Punkt natürlich: „Ich bin der Pfarrer der Kirche“.
Nach dem Gottesdienst wurde ich noch mal persönlich dem Pfarrer vorgestellt, der zufälligerweise „Dan King“ heißt (für alle Blog-Leser, die mich nicht kennen: ich heiße „Dennis King“). Er lud mich spontan zu der großen „Family-Friend-Day“-Party ein, die an diesem Nachmittag auf dem Campus stattfand. Dort hat er mich vor der Eröffnung des Buffets noch Mal allen Kirchenmitgliedern mit einem Mikrofon als seinen „Zwillingsbruder aus Deutschland“ vorgestellt. Kurze Zeit später durfte ich Miami von seiner unbequemen Seite kennenlernen: wie hier übliche hat es innerhalb von wenigen Sekunden geschüttet wie aus Eimern. Nach 10 Minuten war das Spektakel aber auch schon wieder vorbei…

Generell nimmt die Kirche/Religion einen großen Stellenwert im Kinderheim ein: im Sommercamp wird z.B. vor dem Essen und nach Ausflügen gebetet, praktisch alle Lieder, die die Kinder erlernen, handeln von Gott oder Jesus, und es gibt morgens meist „devotion“, was auf Deutsch so viel wie „Ergebenheit/Hingebung“ bedeutet. In dieser Zeit wird über Gott und die Bibel geredet und den Kindern werden durch praktische Übungen, Spiele oder Bastelaufgaben christliche/moralische Werte vermittelt.

Sommercamp:
Diese Woche waren wir mit den Kindern in einem Obdachlosenheim, da die Kinder auch lernen müssen, zu geben, und nicht nur zu nehmen. Die älteren Kinder haben in der Küche geholfen und später Essen ausgeschenkt und die 8-11 Jährigen sortierten Klamotten oder malten Bilder für die obdachlosen Kinder. Danach sind wir zum Lunch in einen Park gefahren. Hier eine kleine Impression, wie Miami auch aussehen kann:

Außerdem haben wir bei traumhaftem Wetter eine Kajak-Tour gemacht – natürlich inklusive einer Badepause an einem schönen kleinen Strand. Ganz abgesehen von der bildhaften Natur war das sehr erholsam, weil die Kinder, die sich an den vorigen Tagen nicht gut benommen haben, zur Bestrafung im Camp bleiben mussten.

Sonstiges:
Mittwoch habe ich vier Jungs aus einer Familie zum (American)Football-Training begleitet. Wie man es aus dem Fernsehen kennt, schrie sich der Trainer die Kehle aus dem Leib und hatte eine rechte raue Umgangsform mit den Kindern. Als ich bei den Übungen zuschaute, wurde mir schnell klar, dass ich das Spiel als Europäer nicht so schnell verstehen werde.

Da ich danach gefragt wurde, hier ein mal zwei Fotos vom Campus. Auf dem ersten Bild sieht man im Vordergrund das Haus, in dem ich momentan lebe.


Antworten

  1. Lieber Dennis,

    vielen Dank für Deinen Bericht! Die Schilderung des Gottestdienstes finde ich ja hochinteressant, da wäre ich gerne dabei gewesen! Ich gehe ab und zu mal zum “Mittagsgebet” in die Gedächtniskirche in Berlin, das ist ein kurzer 10 – minütiger Gottesdienst, der jeden Tag stattfindet und auch meistens sehr aufbauend ist. Aber das, was Du in Miami erleben konntest, hört sich um ein Vielfaches interessanter an! Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude dort! Liebe Grüße Sabine

    • Hey Sabine,
      vielen Dank, dass du so fleißig mitliest.
      Den Gottesdienst bzw. “church service” habe ich mittlerweile schon ein zweites Mal erlebt und werde dort auch die nächsten Sonntage hin gehen…

  2. Hey Dennis,

    scheint ja alles prima zu laufen.
    Auch das Wetter ist ja wie zu erwarten traumhaft.
    Hier in Berlin hatten wir aber auch zeitweilig zwischen 32 und 36 Grad ;)

    Bist du eigentlich den ganzen Tag dabei, die Kinder zu hüten oder gibts für dich auch Freizeit in Form von an den Strand gehen etc.?
    Da würde ich ja sonst vor die Hunde gehen…

    Hast du schon ein paar gleichaltrige kennengelernt?

    Viel Spaß weiterhin
    Steffen

    • Hey Steffen,
      also momentan arbeite ich im Kinderheim von 8:45 bis ca. 16:30, manchmal auf 17 Uhr. Danach habe ich offiziell frei, esse aber Abendbrot (meist ca. 18 Uhr) in einer der Familien auf dem Campus und hänge danach ein wenig mit den Kindern ab. Abends bin ich dann viel zu müde, um den Campus zu verlassen. Also am Tag verbringe ich ca. 10 Stunden mit den Kindern… ;)
      Am Wochenende habe ich dafür frei. Sonntag bin ich zum Hollywood-Beach gefahren und nachts zum Ocean’s Drive. Aber darüber werde ich demnächst gesondert berichten…
      Gleichaltrige kennenlernen ist momentan sehr schwer. Die meisten Angestellten sind ein wenig älter als ich, aber das stört mich nicht. Allerdings müssen die 5 Tage die Woche arbeiten und die meisten wohnen ein Stückchen weg. Und während der “Arbeit” bleibt es meist bei kurzen Konversationen. Und ohne Auto + schlechter Bus-Verbindung klebe ich momentan leider eh ein wenig am Campus. Aber warte einfach auf den nächsten Bericht…

  3. Obdachlose Kinder?

    Hast du da noch ein paar Infos zu?

    • Obdachlosigkeit ist ein sehr großes Problem in Miami. Besonders in Downtown sieht man viele Obdachlose.
      Diese Seite hier verrät ein paar Zahlen:
      http://www.camillushouse.org/camillus_resources/homeless-in-miami.php

      Unter diesen Menschen sind auch obdachlose Familien und damit Kinder. Sie bleiben aber LAUT DER Statistik der eben genannten Homepage nicht länger als eine Woche ohne zu Hause.
      In dem Obdachlosenheim, das wir besucht haben, gibt es extra Zimmer für Familien mit Kindern… Das ist wirklich eine traurige Sache. Aber nach einer gewissen Zeit werden die Kinder den Eltern selbstverständlich weggenommen und in ein Kinderheim gebracht.

  4. mensch dennis, tolle arbeit!
    gruß katrin


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.