Verfasst von: kinginmiami | 18. Juli 2010

Sommercamp + Getting around in Miami

Und… schon wieder ist eine Woche rum.
Mittlerweile habe ich mich hier im Kinderheim sehr gut eingelebt. Was gibt Neues zu berichten?

Sommer-Camp:
Anfangs war ich als Betreuer in der Teenager-Gruppe (12-16 Jahre) eingeteilt. Nach vier Tagen war mir aber klar, dass ich da auch in den nächsten drei Wochen keinen Spaß dran haben werde. Die Jungs fühlen sich zu cool, um an den Aktivitäten teilzunehmen und wollen erst gar nicht entertaint werden und die Mädels sind entweder schlecht gelaunt, zickig oder Prinzessinnen. Da der Hauptbetreuer der Gruppe außerdem alle gut unter Kontrolle hatte, fühlte ich mich nicht, als ob meine Hilfe gebraucht wird.
Deshalb habe ich darum gebeten, mit der mittleren Gruppe (8-11 Jahre) zu arbeiten, was ich ohnehin von Anfang an wollte. Das ist zwar drei Mal anstrengender, da man z.B. viele Streitigkeiten klären muss, aber man kriegt von den Kindern viel mehr zurück – sie stellen Fragen, wollen spielen und verabschieden sich am Ende des Tages viel liebevoller.

Diese Woche waren wir im „Seaquarium“, einem Erlebnispark mit Tiershows (Delfine, Robben, etc).

Generell ist die Absprache zwischen den Betreuern aber etwas schlechter, als in den deutschen Ferienlagern, in denen ich bisher gearbeitet habe. Nur nebenbei habe ich z.B. erfahren, dass ich einen Jungen auf Grund seines Hintergrundes (er wurde sexuell missbraucht) ganz besonders im Auge haben muss… Mehr Informationen darf und möchte ich ohnehin nicht geben. Außerdem darf ich leider aus rechtlichen Gründen keine Bilder von den Kindern machen.

Getting around in Miami:
Wie schon im letzten Bericht erwähnt, sieht man auf der Straße keine Fußgänger – wer etwas Geld hat, kauft sich ein Auto; wer weniger Geld hat, nimmt halt den Bus (natürlich klimatisiert); nur im Ghetto wird gelaufen. Der Bus kommt aber nur alle halbe Stunde und ist meist eher unpünktlich (südamerikanische Einstellung). Laufen ist in Miami Gardens aber auch aus dem Grund ungünstig, dass hier alle größeren Einkaufscentren und Einrichtungen weit voneinander entfernt sind.
Dafür lassen sie hier in den USA aber auch so ziemlich jeden Auto fahren – bereits mit 15 Jahren kann man einen „beschränkten“ Führerschein (fahren mit jemandem, der einen Führerschein hat) und ab 16 Jahren einen richtigen Führerschein machen, der nur ca. 25$ kostet. Darüber hinaus ist es in Florida erlaubt, beim Auto fahren zu telefonieren. Einer der Mitarbeiter des Kinderheims hat mir erklärt, dass er sich dabei wohl besser konzentrieren würde…
Miami an sich ist (natürlich ausgenommen Downtown und Miami-Beach) eine seeehr flache und ebene Stadt. Wenn man auf der Autobahn fährt, kann man kilometerweit sehen. Für mich als Europäer sehen hier alle Straßen ziemlich gleich aus. Ich habe gestern auf dem Rückweg von Wall-Mart einfach mal zwei Fotos geschossen:

Emotionales:
Freitag habe ich in einer der Pflegefamilien den Geburtstag von zwei 6-jährigen Zwillingen mitgefeiert. Als sie vor dem Schlafen gehen ihre Geschenke bekommen haben und ich das Grinsen in ihren Gesichtern sah, war es emotional das schönste Erlebnis, das ich hier bisher hatte. Die Kinder werden hier mit unglaublich viel Liebe behandelt. Ich darf jederzeit in die Familien gehen und mit ihnen spielen oder einfach nur abhängen – eben wie ein zweites zu Hause.


Antworten

  1. Jo Dennis,

    schön, dass dir da alles gefällt im Amiland :)
    Ich beneide dich grad ein bisschen, hatte sowas damals ja auch mal überlegt, aber dann (um EUCH zu trainieren) doch nicht gemacht. Shit, hätt ich es doch mal gemacht ;)

    Hoffe du hast weiterhin Spaß in Miami und wenn du den King (James) siehst, trink ein “Quitness” auf ihn ;)

    Prost

    Martin

    • Hey Martin,
      freut mich, dass du hier auch mal rein schaust! Es ist nie zu spät, um ein Jahr ins Ausland zu gehen… Vielleicht nach dem Studium?
      Jedenfalls war es definitiv kein Fehler, in Berlin zu bleiben, da wir dadurch einen guten Trainer hatten. ;) Das rechne ich dir hoch an und dafür dank ich dir.

      Hoffe, du bleibst mir als Leser treu,
      Dennis

  2. heeey,
    das klingt ja echt cool. “putzig”^^
    dieses seaquarium kenne ich auch, den walen dort geht es sehr schlecht, wusstest du das?

    schöne tage noch!

    …putzig…

  3. Hallo Dennis,

    ja, wie die Zeit vergeht – schon die zweite Woche! Es freut mich sehr für Dich, dass bisher alles so gut geklappt hat und Du dich wohl fühlst in der Fremde. Deine Berichte sind spannend zu lesen und die Fotos geben einen guten Einblick in dein neues Umfeld in dem Du dich bewegst. Dass Du die Kinder nicht fotografieren darfst kann ich verstehen. Aber wie sieht’s aus mit Fotos vom Campus? Wir alle warten auf neue Berichte von dir!
    Die besten Grüße aus Berlin!

    • Hey,
      also der Campus an sich ist nichts besonderes… Aber ich kann die Tage ja mal ein paar Fotos machen… Zum Wochenende kommt dann vlt. der nächste Bericht.

      Gruß,
      Dennis


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