Verfasst von: kinginmiami | 11. Juli 2010

Die ersten Tage…

So… das ist heute schon mein fünfter Tag in Miami, deshalb wird es langsam Zeit für einen ersten Bericht.

Am Dienstag wurde ich von einem der „Ministers“ von „His House“  vom Flughafen abgeholt.  Auf dem Weg ins Kinderheim haben wir bei einem Pizza-Hut gehalten, um mir etwas zu Essen zu holen. Ich betonte, dass ich nur ein klein wenig Hunger habe – und natürlich folgte der erste kleine Kulturschock. Ich bekam nämlich eine riese Pizza zum Mitnehmen und dazu eine 2l Pepsi (kleinere Flaschen haben die dort nicht). Wie man es sich vorstellt, saßen im Geschäft natürlich zwei sehr stark übergewichtige Frauen.
Im Kinderheim angekommen wurde mir mein Haus gezeigt, in dem ich vorerst für die nächsten 2 Wochen alleine wohnen werde. Es ist wirklich nett eingerichtet und – wie jedes Gebäude auf dem Campus – schön klimatisiert. Die Pizza war so fettig, dass ich sie mit einem Küchentuch wortwörtlich abtrocknen musste und mir nach drei Stücken fast schlecht wurde.

Nachts bin ich mehrfach aufgewacht und hatte Angst, dass ich aus einem unglaublich schönen Traum aufwache – und zwar dem besten, den ich je hatte. Ich konnte es einfach noch nicht glauben, dass ich endlich hier in Miami angekommen bin.

Mittwoch wurden mir viele „Minister“ und Angestellte vorgestellt, ich musste einen Haufen Papiere unterschreiben und sie haben Fingerabdrücke genommen. Als Begrüßung habe ich einen Geschenk-Korb bekommen – natürlich voll mit Junk-Food und einem christlichen Buch.
Nachmittags wurde ich zu einem Drogen-und einem Tuberkulose-Test gefahren. Die Spezies „Fußgänger“ sieht man hier allerdings überhaupt nicht (es gibt sogar Drive-Throughs für Geldautomaten).

Selbst auf dem Campus nimmt man für alle Entfernungen von mehr als 10 Metern ein Auto. Grund dafür ist aber wirklich die starke Hitze. Bereits um 10 Uhr morgens ist es so heiß, wie an einem Mittag eines sehr, sehr warmen Hochsommer-Tages. Die Luft ist ebenfalls warm und schwül, aber dank des Windes noch ertragbar.

Donnerstag und Freitag  habe ich im Sommer-Camp geholfen, die Kinder zu betreuen (das wird auch für die nächsten 3 Wochen meine Aufgabe sein). Mindestens ¾ von ihnen sind Afro-Amerikaner und unglaublich putzig. Sie leben hier auf dem Campus durchschnittlich zu acht in einer Pflegefamilie mit Hausmutter. In diesen Familien esse ich immer Abendbrot mit. Die Atmosphäre ist wirklich sehr liebevoll und, wie die Amerikaner sagen, „home-like“. Wenn man bedenkt, welch schreckliche Vergangenheit diese Kinder teilweise haben, ist es unglaublich, wie glücklich sie hier sind.
Donnerstag war eine christliche Missionarsgruppe im Camp – das hieß natürlich Kreuzketten basteln, beten, über Gott reden und Lieder über Jesus singen. Einer der Missionare wirkte auf mich fast wie ein „christlicher Fanatiker“. Während der Prediger mit dem Mikrofon erzählte, wie sehr Jesus uns Menschen liebt, lief er durch den Raum, hob seine Hand, rief mehrmals „Yeah! Jesus!“ und fiel schließlich einem seiner Glaubensbrüder heulend in die Arme.

Freitag waren wir mit den Kindern in einem Pool in der Stadt, wo ich mir an den Schultern gleich einen ersten Sonnenbrand geholt habe. Im Wasser habe ich einem Jungen aus Haiti versucht, einem Kind das Schwimmen beizubringen. So ganz hat das zwar noch nicht geklappt, aber das Kind hatte einen riesen Spaß und fand es ganz super, dass ich ein paar Worte auf Französisch mit ihm wechseln konnte.

Heute hatte ich offiziell frei, aber war mit einer Hausmutter und 5 Kindern (zwei von ihnen 3 Jahre alt!) in der Stadt. Bei 33°Celsius, einem Kinderwagen und einem 6-jährigen ADHS-Kind, das bei jedem Laden stehen bleibt oder jede Sekunde wegrennt, weil es etwas für ihn spannendes gesehen hat, hat das zwar Spaß gemacht, war aber sehr anstrengend. Es war außerdem ein schönes Gefühl, weil ich gemerkt habe, dass meine Hilfe wirklich gebraucht wurde – solch ein Trip wäre für die Hausmutter alleine eine reine Tortur gewesen.

Alles in allem kann ich sagen, dass ich momentan sehr, sehr glücklich bin und mich wohl fühle. Ich denke, dass ich hier wirklich viel Gutes tun kann und bin gespannt auf meine nächsten Erfahrungen.

Über Fragen und Kommentare von euch würde ich mich sehr freuen,

Dennis

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Antworten

  1. Hallo Dennis, danke für deine lieben Zeilen und tollen Fotos. Ich freue mich für dich, dass du es gut getroffen hast. Dein Wohnbereich gefällt mir auch sehr gut. Es ist toll eingerichtet. Wäre ich in Miami, würde ich mich auch sehr wohl fühlen. Also bis zur nächsten E-Mail von dir sei lieb von mir gegrüßt.

    M. Schlier

    • Hallo Frau Schlier,
      danke für die lieben Worte! Ich finds klasse, dass Sie meinen Blog verfolgen!
      Genießen Sie Ihre Sommerferien,
      Dennis

  2. Hey Dennis,
    dein ausführlicher Bericht lässt mich wirklich Fernweh bekommen. Dort scheint es ja super zu sein. Und ich dachte immer, dass die Autofahrerei der Amerikaner nur von unseren Lehrbüchern übertrieben dargestellt wird^^ Aber das mit den Geldautomaten ist fast unglaublich. Und kannst du dich gut verständigen? Kannst du überhaupt alles verstehen? Hier in Berlin ist es im Moment auch total heiß und die Gewässer sind keine besondere Abkühlung mehr.
    Ich freue mich jedenfalls schon auf deinen nächsten Bericht und wünsche dir weiterhin viel Spaß.
    Liebe Grüße nach Miami von Julia und Stephan
    (was wäre die Welt schon ohne Internet ;-) )

  3. hello.

    klingt ja echt ganz cool bei dir in miami :) freut mich, dass es dir gefällt!

    Ich warte auf neue Berichte!

  4. hey,

    ich kenne dich zwar nicht, aber ich werde trotzdem gerne deinen Blog verfolgen. Ich hoffe das du halbwegs frei schreiben kannst und auch die negativen Seiten der Amis offen und objektiv aufzeigst.

    Viel Spass

  5. So Dennis scheint ja echt cool zu sein, aber lass dich bloß nicht von den Leuten dort bekehren:)
    viel spass dir

  6. Hallo Dennis,
    ich freue mich sehr für Dich, dass Du gut angekommen bist, es so gut getroffen hast und überhaupt, dass es mit Miami geklappt hat, das ist schon ein kleines Wunder und es gehört eine ganze Portion Mut dazu! Deine Unterkunft sieht sehr nett aus auf den Fotos. Danke auch für die beiden kleinen Filme über das Haus, man kann sich doch besser vorstellen, wo Du bist. Hier ist es wahrscheinlich fast schon wie in Miami, was das Wetter anbetrifft: 38 °C im Schatten. Ich bin schon so weit, dass ich nichts gegen einen Drive-Through für Geldautomaten hätte und mir freiwillig eine Klimaanlage einbauen lassen würde!
    Danke dafür, dass Du uns von Deinem Aufenthalt in Miami berichtest und wir uns auf Neuigkeiten freuen dürfen! Und zieh Dir am Pool einfach ein T-Shirt an wegen der Schultern, Sonnenbrand unbedingt vermeiden!!!!
    Alles Liebe und Gute
    Sabine

  7. Hallo zusammen,
    vielen Dank für die lieben Kommentare! Ich hoffe, dass ihr treue Leser bleibt… ;)

    @Julia: An sich verstehe ich den Großteil von dem, was die Leute sagen, nur ich kann manchmal nicht sofort alles ausdrücken, was ich sagen will. Das kann manchmal ein wenig nervig sein, aber ich bin ja hier, um mein Englisch zu verbessern… Manche Kinder sind schwer zu verstehen, weil sie einen starken Akzent haben.

    Dennis

  8. Heyho Dennis!

    erstmal bewundere ich dich wirklich sehr – weil 1 Jahr lang Miami ist schon krass.
    Freue mich wirklich sehr damit.
    Das mit Pizza Hut ist unglaublich oder?
    2L Pepsi aber nichts kleineres?
    Krass einfach :p
    Schreib bitte regelmäßig, würde mich wirklich sehr freuen.

    Ramon ;)

  9. Hi Dennis

    ich finde die einrichtung von den fotos her echt nicht schlecht.. ich haette schlimmeres erwartet und solange die bei den temperaturen klimatisiert sind, kann man sich echt gluecklich schaetzen :)
    das wetter kenne ich aus china.. da faehrt man auch ab 10m mitm auto ^^
    Das mit der pizza und der coke.. man oh man, echt ein grund sich ein wenig sorgen zu machen. Ich send dir mal ne packung schwarzbrot vorbei wenn du willst ^^

    das wichtigste ist, dass du gluecklich bist und es dir spass macht. Und solange es der fall ist, ist das echt ne klasse sache.
    Ich finde es richtig gut das du den kindern dort nicht nur einfach so hilfst, sondern auch mit spass und liebe dabei bist!

    beim bund frage ich mich ab und zu was du wohl gerade tust.. bei mir wird es woche fuer woche haerter und haerter.. mittlerweile gibt es schon ca. 10 “verletzte” bzw mehrere sportlich untaugliche.. ich bin so weit, dass ich einmal vom sani nach hause gefahren werden musste und einen faustgrossen blauenfleck auf den oberschenkeln habe..
    nichts destotrotz.. mir gefaellt es immernoch!! haha
    es hoert sich total gestoert an, aber ich finde es einfach gut und ueberlege sogar tatsaechlich zu verlaengern, wenn denn weiter “so toll” bleibt :)

    ich hoffe ich hoere mehr von dir..
    hab bitte verstaendnis wenn ich manchmal nicht rein gucke.. ich bin wirklich fast immer total kaputt und nur am wochenende da!
    aber ich gebe mir muehe :)

    liebe gruesse aus berlin

    weicai

    ach und ps: in china ist gerade ein sack reis umgefallen…

  10. [...] Heute ist genau Halbzeit meines Freiwilligendienstes (ich habe am 6. Juli gestartet)! [...]


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